Fahrt zum Krankenhaus!

Man sollte nicht glauben, dass es nur mit dem öffentlichen Nahverkehr Probleme bei Rollstuhltransporten gibt. Selbst eine 35 € Fahrt innerhalb von Gelsenkirchen, mit einem auf Rollstuhlfahrten spezialisiertem Unternehmen wird zum Chaos.



Ein Angebot der LBB

Vor einigen Tagen war ich wegen der Reparatur meines Elektrorollstuhls unterwegs. Dabei stellte ich fest, dass es ganz bei mir in der Nähe eine Firma gibt, die sich auf Krankenfahrten spezialisiert hat. Also hin mit dem Elektrorollstuhl und gefragt, ob die mich auch mit dem Rollstuhl auch zu einer Untersuchung ins Krankenhaus fahren könnten.

Dies wurde bestätigt und innerhalb von Gelsenkirchen ein Festpreis von 35 € pro Fahrt, also 70 € für Hin- und Rückfahrt, mitgeteilt.

Einige Tage später rief ich an. Ich teiilte mit, dass ich mit meinem Elektrorollstuhl nach Gelsenkirchen-Erle zu einer Untersuchung muss. Termin 13:30 Uhr. Ich fragte, ob es ausreicht, wenn ich das Fahrzeug auf 13:00 Uhr bestelle, oder ob ich einen früheren Termin festlegen sollte. 13:00 Uhr wurde mir als Abholtermin mitgeteilt.

Am Fahrtag rief ich gegen 12:30 Uhr wieder an und teilte mit, dass man mich nicht von zu hause, sondern vom Bäcker abholen sollte. Dies war von der Transportfirma wenige 100 Meter kürzer. Bereits gegen 12:40 Uhr war das Fahrzeug da. Ich hatte meinen Kaffee noch nicht zu Ende getrunken.

„Kein Problem, trinken sie ihren Kaffee in Ruhe aus“, meinte der Fahrer und: „Ist das der Rollstuhl der mitmuss?“ Ich bejahte dies.

„Den bekommen wir aber gar nicht in den VW- Bus“, meinte der Fahrer. Etwas später kam er wieder und meinte, er hätte mit der Firma gesprochen, es würde ein anderes Fahrzeug kommen um mich abzuholen, dann fuhren sie. mit dem VW-Bus davon.

Kein Problem, es war ja noch genügend Zeit. Obwohl die Firma ganz in der Nähe ist, kam das nächste Fahrzeug nicht mehr pünktlich. Um 13:06 Uhr kam das Fahrzeug. Ein Peugeot Kombi.

„Wie, in den VW-Bus passe ich nicht rein, und da soll ich reinpassen“,bemerkte ich.

Der Fahrer meinte, dass der VW-Bus keine Rampe hätte, deshalb hätte man mich nicht mitnehmen können. Dieses Fahrzeug sei das eigentliche Rollstuhlauto und hat eine Rampe.

Da stellt sich die Frage, weshalb man jemand einen VW-Bus ohne Rampe schickt, der einen Rollstuhl benutzt. tatsächlich hatte der Peugeot eine Rampe, aber wie ich da mit Rollstuhl reinpassen sollte erschloss sich mir nicht. Aber der Fahrer meinte, das passt schon. Also klar, einer von uns beiden konnte nur Recht behalten.

Rampe wurde ausgeklappt, ich fuhr hoch. Den Schädel habe ich mir nicht eingeschlagen, denn ich hatte mich rechtzeitig ganz klein gemacht und meinen Kopf zur Seite gelegt. Sollte ich so nach Erle fahren?

Der Fahrer meinte, ich solle nochmal zurück fahren, denn der Rollstuhl passte nicht ganz rein. Also wurde aus dem Auto noch etwas ausgebaut, damit ich weiter reinfahren konnte.

Passte noch immer nicht. Also wurde noch was ausgebaut, doch auch jetzt passte es nicht. Das Rollstuhlauto war zu klein für den Rollstuhl. Wie war das doch`Einer musste Recht behalten, und das war ich, leider!

Was machen, den Termin verschieben? Keine Ahnung wann ich den nächsten Termin bekommen hätte. Also mein Vorschlag, wir fahren zu mir nach Hause und ich nehme den kleineren aber defekten Elektrorollstuhl. Der Fahrer kannte die Straße nicht. Hier zurück, links auf die Küppersbuschstr., und dann ist eine eine Seitenstraße links. Am Besten fahren Sie mir hinterher.

Natürlich ist das Auto schneller, aber man kann trotzdem damit auch langsam fahren. Das war dem jungen Fahrer aber anscheinend noch nicht bekannt. Er bog links auf die Küppersbuschtstr., dann überholte er mich. Und die nächste bog er links ab. Dumm nur da wohne ich nicht. Ich zeige ihm, dass er falsch ist. Er fährt zurück auf die Küppersbuschstr. und weiter gerade aus. Die nächste hätte er linsk abbiegen müssen, aber er fuhr lieber geradeaus. Als ich dort ankam durfte ich auf ihn einige Minuten warten, bis er zurückkam.Jetzt versperrte ich ihm mit dem Elektrorollstuhl die Straße. Wer weiß wo der sonst noch hingefahren wäre.

Bei mir zu Hause angekommen wechselte ich den Rollstuhl. Damit kam ich zwar rein, allerdings musste er mitschieben, da der kleine Elektrorollstuhl ein Problem mit den Vorderrädern hat. Natürlich waren wir nun hoffnungslos verspätet. Und an diesem tag  war ein Unwetter angesagt. Auf dem Weg zum Krankenhaus war dann auch eine Straße komplett gesperrt, weil dort wegen eines umgestürzten baumes, ein Feuerwehreinsatz war.

Statt wie geplant spätestens um 13:30 Ihr zur Untersuchung zu Erscheinen, war ich jetzt erst um 13:45 Uhr dort, der Arzt war schon weg. Allerdings kam er irgendwann wieder und die Untersuchung konnte doch noch durchgeführt werden.

Die anschließende Rückfahrt verlief dann wenigstens problemlos.

 



Ein Angebot der LBB

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